Theaterprojekt der Klasse Krapf

Action im Dorfzentrum

Schrill tickt die Uhr. Langsam erst, dann immer schneller, drohender, Unheil verkündend. Dann die Explosion. Gebäudeteile
fliegen durch die Luft. Rauch quillt aus den Trümmern. Die Szenerie ist in flackerndes rotes Licht getaucht. Sirenen ertönen …

Was sich anhört wie aus einem Actionfilm, ist eine Szene aus der Theater-Eigenproduktion der 4. – 6. Klasse von Frau Mirjam Krapf.
Engagiert erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler in den letzten Monaten gemeinsam die Kriminalkomödie „Das Geisterhaus“. Man war sich schnell einig, dass die Story unterhaltsam, spannend und lustig sein sollte. Anschliessend ging es ans Improvisieren. Die Kinder hatten 1001 Einfälle, die ich zu bündeln und in ein spielbares Theaterstück umzuwandeln versuchte. Gleichzeitig war mir  wichtig, dass jedes Kind möglichst seine Wunschrolle bekam. 

Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie dieser kreative Schaffensprozess eine Schülergemein-schaft zusammenschweisst und wie im Laufe der Probenphase das Selbstbewusstsein der Kinder sichtbar erstarkt. So ist es Schulleitung und Schulbehörde nicht hoch genug anzurechnen, dass sie immer wieder Hand bieten, solche Theaterprojekte zu ermöglichen.

Coronabedingt war eine öffentliche Aufführung leider nicht möglich. Doch für die Kinder war wichtig, dass sie ihr Werk ihren Eltern und Angehörigen vorspielen konnten. So „geisterte“ es denn am Abend des 1. Juli im Dorfzentrum und das begeisterte Publikum belohnte die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler mit einem kräftigen Applaus. Die Kinder hatten beschlossen, den Erlös aus der Kollekte dem Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm zukommen zu lassen. Das Publikum zeigte sich sehr spendierfreudig – es kamen über 350 Franken zusammen.

Nach der Vorstellung durfte die Klasse, die nach den Sommerferien in anderer Besetzung weitergeführt wird, in ihrem Klassenzimmer übernachten. Es ist nicht überliefert, ob die Geister auch da ihr Unwesen trieben, doch ich bin überzeugt, dass dieses Ereignis genügend Stoff für ein weiteres Theaterstück bieten würde…

Peter Wenk, Theaterpädagoge

 

www.theaterinklusiv.ch